Rechtsinfo - Mietrecht



Lärmbelästigung durch Hundegebell


von:  KS&P

- Mehr als eine halbe Stunde anhaltendes Kläffen täglich bzw. ein länger als zehn Minuten dauerndes Bellen in den Zeiten von 13:00 bis 15:00 Uhr und von 19:00 bis 8:00 Uhr ist der Nachbarschaft nicht zuzumuten (OLG Hamm - 22 U 265/87 - v. 11.04.1988). Dabei bedarf es keiner Festlegung eines bestimmten Lärmpegels, denn auch nur ein leises Wimmern oder Jaulen eines Hundes kann für den Nachbarn höchst lästig sein, wenn sich dieses über einen längeren Zeitraum erstreckt (OLG Köln - 12 U 40/93).


- Eine Mietminderung kann aufgrund störenden Gebells von in der Nachbarwohnung gehaltenen Hunden gerechtfertigt sein (AG Düren - 8 C 724/88 - v. 30.08.1989).

- Die Erlaubnis des Vermieters zur Tierhaltung kann widerrufen werden, wenn der Hund andere Mieter belästigt. Gelegentliches Bellen oder Jaulen ist jedoch nicht zu vermeiden und muss hingenommen werden (AG Hamburg-Altona - 316a C 97/89 - v. 26.9.1989).

- Es ist kein Grund die Erlaubnis des Vermieters zur Tierhaltung zu widerrufen, wenn der Hund nur gelegentlich bellt. Das kurze Anschlagen bei Besuch, das längere Verbellen fremder Personen oder das heftige Begrüßen naher Angehöriger sind artgerechte Reaktionen des Tieres, die mit der Zustimmung zur Hundehaltung bereits in Kauf genommen worden sind (AG Hamburg-Wandsbek - 716c C 114/90 - v. 23.10.1990).


- Dem Hundehalter kann nicht durch das Gericht untersagt werden, seinen Hund nur zu ganz bestimmten Zeiten bellen zu lassen, da dies nämlich nahezu einem völligen Verbot der Hundehaltung gleichkommen würde. Gerade ein kurzes Bellen ist zudem dem Einflussbereich eines Hundehalters entzogen (OLG Düsseldorf - 9 U 111/93 - v. 24. 11. 1993).

- Hunde dürfen auch in ländlichen Gebieten in den üblichen Ruhezeiten (22:00-7:00 und 13:00-15:00 Uhr) die Nachbarn durch Gebell nicht belästigen (LG Mainz - 6 S 87/94-04/96).

- Zwar darf der Nachbar durch Hundegebell nicht übermäßig gestört werden, er hat aber keinen Anspruch darauf, dass der Hund nur zu bestimmten Zeiten und nur während einer gewissen Zeitspanne bellen darf. Solche festgelegten Bellzeiten können einem Tier nicht verständlich gemacht werden. Allerdings ergibt sich hieraus für den Hundehalter kein Freibrief für unbegrenztes Hundegebell. Er muss reagieren oder andernfalls den Hund abschaffen, wenn der Nachbar sich schwer oder sogar gesundheitlich in seinem Ruhebedürfnis gestört fühlt (LG Schweinfurt - 3 S 57/96 - v. 21.02.1997).


Eingestellt am: 23.04.2007