Rechtsinfo - Mietrecht



Grillen im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon


von:  KS&P

- Ein Verstoß gegen das Landesimmissionsschutzgesetz NRW liegt beim Grillen im Freien dann vor, wenn der dadurch entstandene Qualm in konzentrierter Weise in Wohn- und Schlafzimmer unbeteiligter Nachbarn eindringt. Dies stellt eine erhebliche Belästigung dar und kann als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet werden (OLG Düsseldorf - 5 Ss [OWI] 149/95 - [OWI] 79/95 - v. 26.03.1997).


Unterschiedlich wird von der Rechtsprechung die Frage beantwortet, wo, wie oft und wie lange jährlich gegrillt werden darf:

- Es darf zweimal im Monat im am weitesten von den Nachbarn entfernten Teil des Gartens gegrillt werden, und zwar in der Zeit zwischen 17:00 und 22:30 Uhr. Danach darf die Holzkohle nur noch ausglühen (Vergleich vor dem LG Aachen - 6 S 2/02).

- Mieter einer Wohnung dürfen im Sommer einmal im Monat auf dem Balkon grillen. Dies ist den Nachbarn aber 48 Stunden vorher mitzuteilen (AG Bonn - 6 C 545/96 - v. 29.04.1997).

- Auf dem Balkon einer Miet- oder Eigentumswohnung darf kein offenes Holzkohlefeuer benutzt werden (AG Hamburg - 40 C 229/72 - v. 07.07.1973; LG Düsseldorf - 25 T 435/90).

- Auf einer Terrasse darf dreimal 2 Stunden im Jahr oder 6 Stunden jährlich gegrillt werden (LG Stuttgart - 10 T 359/96).

- In einer Wohnungseigentumsanlage ist das Grillen am äußersten Ende des Gartens auf einem Holzkohlefeuer höchstens fünfmal im Jahr erlaubt (BayOLG - 2 Z BR 6/99 - v. 18.03.1999).

- Ein absolutes Grillverbot, sowohl für auf dem Holzkohle- als auch auf dem Elektrogrill kann durch mietvertragliche Regelungen verhängt werden (LG Essen - 10 S 437/01 - v. 07.02.2002).


Eingestellt am: 07.05.2007