Rechtsinfo - Bankrecht



Kreditfinanzierter Erwerb von Anteilen an einem geschlossenen Immobilienfonds


von:  KS&P

Der Bundesgerichtshof macht Anlegern, welche auf Kredit geschlossene Fondsanteile gekauft und damit oftmals viel Geld verloren haben, neue Hoffnung.

 

Die Karlsruher Richter haben mit ihrem Urteil vom 23.07.2009 (Az.: XI ZR 156/08) die Klausel eines Kreditvertrages aus dem Jahre 2003 für unwirksam erklärt, die sogar der damaligen Empfehlung des Bundesverbandes Deutscher Banken entsprach.

 

Damit drohen allen Banken, die sich an diesem Muster orientiert haben, Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe. Viele Anleger hoffen auf eine Rückabwicklung ihres Fondskaufs.

 

In dem vom BGH entschiedenen Fall ging es um einen Anleger, der im Jahr 2003 bei der Gallinat-Bank aus Essen Anteile an einem geschlossenen Immobilienfonds gekauft und hierfür - wie dies immer wieder vorkam ? einen Kredit aufgenommen hatte. Folge dieses Richterspruchs ist, dass der betroffene Anleger auch noch Jahre nach dem Beteiligungserwerb den Kreditvertrag widerrufen kann, so dass die Bank das gewährte Darlehen und damit auch den Fondsanteil rückabwickeln muß. Der Anleger muß dabei nicht den Kredit abbezahlen, sondern kann einfach nur den erworbenen Immobilienanteil an die Bank zurückgeben.

 

Dieses Urteil kann für solche Anleger hilfreich sein, die sich über gesunkene Immobilienfonds-Anteile ärgern, da diese heute oft weit weniger Wert sind als beim seinerzeitigen Kauf erwartet.

 

Anleger sollten aber Vorsicht walten und sich zunächst von einem spezialisierten Anwalt beraten lassen, da die betroffenen Banken sicherlich versuchen werden, durch Übersendung einer Nachbelehrung die Fehler der alten Belehrung zu heilen. Wenn der Anleger eine solche Nachbelehrung unterzeichnet, muß er innerhalb von 1 Monat widersprechen und den Vertragsabschluß widerrufen.

 

Andernfalls kann er die Verträge trotz des eindeutigen BGH-Urteils dann nicht mehr widerrufen.

 

Eingestellt am: 29.10.2009