Rechtsinfo - Arbeitsrecht



Schadensersatzanspr?che bei fehlerhafter Stellenausschreibung


von:  Rechtsanw?ltin Sylvia Bergmann, Leipzig

Seit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im Jahre 2008 mussten sich die Arbeitsgerichte bereits mit einer Vielzahl von Schadenersatzansprüchen von Arbeitnehmern beschäftigen, die die Diskriminierungstatbestände des § 1 AGG betrafen.

 

In seiner Entscheidung vom 23.06.2010 hatte das Landesarbeitsgericht Hamburg (Az.: 5 Sa 14/10) einen Fall zu bewerten, in welchem eine Stelle in einem "jungen Team" neu ausgeschrieben war. Hiergegen wandte sich ein 53jähriger Bewerber, der sich vergeblich beworben hatte, nachdem die offene Stelle an eine jüngere, ebenfalls berufserfahrene Kandidatin vergeben worden war.

 

Das LAG Hamburg qualifizierte eine derartige Ausschreibung als diskriminierende Maßnahme, da sich potentielle Bewerber über 50 aus Sicht eines durchschnittlichen Betrachters hierauf nicht bewerben würden. Der Kläger erhielt daraufhin ein Schmerzensgeld von 5.000,00 € zugesprochen.

 

In der Praxis wird diese Entscheidung gravierende Auswirkungen haben. Grundsätzlich sollte daher eine Stellenausschreibung - vor dem Hintergrund, dem Bewerber die Möglichkeit zu geben, zu prüfen, ob diese Position für ihn in Betracht kommen könnte - in jedem Fall eine kurzgefasste Beschreibung des zu vergebenden Arbeitsplatzes enthalten. Dabei sollte jegliche Altersdiskriminierung vermieden werden.

 

Eingestellt am: 21.01.2011