Rechtsinfo - Reiserecht



(Nicht-) Er?ffnung des Flughafens Berlin Brandenburg - Entsch?digung f?r Passagiere im Einzelfall m?glich


von:  Rechtsanwalt Mirko Schmidt, M?nster

Knapp 4 Wochen vor der geplanten Eröffnung hat die Flughafengesellschaft des neuen Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) einräumen müssen, dass die Eröffnung sich auf unbestimmte Zeit verschieben wird. Als Grund hierfür wurden Probleme beim Brandschutz genannt.

 

Neben dem Image-Schaden für die Stadt Berlin und das Land Brandenburg sowie der Blamage für die Verantwortlichen stellt diese Verschiebung eine große logistische Herausforderung dar, denn die eigentlich zur Schließung anstehenden bisherigen Flughäfen Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld müssen - dazu noch mit größerem Fluggastaufkommen - auf unbestimmte Zeit weiterbetrieben werden.

 

(Nicht-) Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg - Entschädigung für Passagiere im Einzelfall möglich.

 

Gemessen daran halten sich die Folgen für Passagiere, die bereits einen Flug vom BBI und nach dort gebucht haben, in Grenzen. Dennoch steht betroffenen Fluggästen evtl. ein Recht auf Entschädigung zu. Sofern durch die verspätete Eröffnung kurzfristig Flüge ausfallen, kann der Passagier einen Anspruch auf Entschädigung haben. Dies gilt vor allem dann, wenn die geplante Reisever-bindung bis zum neuen Eröffnungstermin nicht angeboten werden kann. Sofern die Fluggesellschaften frühzeitig die Passagiere über mögliche Änderungen informieren, kann diese Entschädigung auch entfallen. Im Einzelfall muss der Passagier hinnehmen, dass der Abflug z.B. von Berlin-Tegel oder auch einem anderen Flughafen in der Nähe erfolgt. In diesem Fall muss die Airline oder Reiseveranstalter aber für die Transportkosten aufkommen.

 

Ein anderer Fall, in dem eine Entschädigung in Frage kommt, ist gegeben, wenn statt eines gebuchten Direktflugs nun ein Flug mit Zwischenstopp durchgeführt werden muss. Hier ist eine Minderung des Reisepreises möglich.

 

Sollten Flüge sehr kurzfristig ausfallen, also eine echte Annullierung vorliegen, steht den Passagieren laut EU-Fluggastverordnung neben der Versorgung am Flughafen mit Speisen und Getränken eine Ausgleichszahlung in Höhe von 250,00 € bis 600,00 € je nach Streckenlänge pro Person zu.

 

Weiterer Hinweis:

 

Zu Beweiszwecken sollte man alle Belege aufbewahren, welche mit dem Flug, der Reise und der Verzögerung zu tun haben. Wer erst am Flughafen davon erfährt, dass sein Flug annulliert wurde bzw. eine erhebliche Verspätung hat, sollte sich unbedingt vor Ort den Ausfall oder die Verspätung schriftlich am Schalter der Fluggesellschaft bestätigen lassen. Entschädigungsleistungen nach der EU-Fluggastverordnung - nicht aber die Ausgleichszahlungen - müssen eigentlich direkt vor Ort in bar ausgezahlt werden. Hieran halten sich nur die wenigsten Airlines.

 

Eingestellt am 11.05.2012