Rechtsinfo - Arbeitsrecht



Wer sich gemobbt fühlt, sollte dies auch beweisen können..


von:  Rechtsanwalt Hans-Georg König, Münster

Das Phänomen „Mobbing am Arbeitsplatz“ kommt in der Betriebspraxis sicherlich seltener vor als dass darüber, insbesondere wenn Abmahnungen oder Kündigungen im Raum stehen, seitens betroffener Mitarbeiter geklagt wird. In erster Linie ist dies natürlich ein Indikator für ein nicht stimmiges Betriebsklima, für Führungsversagen oder eine nicht geglückte Teambildung. Was vor allem hilft, sind eine offene und faire Gesprächskultur, ggf. unter Beteiligung von Betriebs- oder Personalrat, regelmäßige Mitarbeitergespräche und Teamsitzungen, oder etwa auch eine Mediation.

 

Wenn aber so eine dauerhafte Problemlösung nicht gelingt oder hierzu bei den Beteiligten keine genügende Bereitschaft besteht, es dann um Schadensersatz-ansprüche in nicht unerheblicher Höhe geht (siehe hierzu auch den Artikel: Mobbing), dann sollte sich der Anspruchsteller darüber im Klaren sein, dass er seine, häufig von Vorgesetzten oder Kollegen bestrittenen Vorwürfe auch für die Arbeitsgerichte nachvollziehbar belegen muss. Dies kann etwa durch Zeugen geschehen, wenn sich hierzu aus dem Mitarbeiterkreis auskunftsbereite Personen finden, oder eben durch ein präzise geführtes Mobbing-Tagebuch gemäß nachfolgendem Schema:

 

Datum/Uhrzeit Was ist vorge-fallen? Wer war daran beteiligt?

Wer hat dies mitbekommen?

Welche Folgen hat dies für mich gehabt?
         
         
         

 

In jedem Fall sollte man dann, wenn Mobbing sogar zu körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen geführt hat, sich nicht scheuen, einen geeigneten Arzt oder Therapeuten aufzusuchen und sich die erlittenen Beeinträchtigungen attestieren lassen.

 

Eingestellt am: 10.06.2014