Rechtsinfo - Reiserecht



7-Tages-Frist bei Geltendmachung von Reisegepäckschäden


von:  Rechtsanwalt Mirko Schmidt, Münster

Wer mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegt, gibt in der Regel auch Reisegepäck auf. Hierbei kommt es immer wieder vor, dass ein Gepäckstück verloren geht bzw. beschädigt oder zerstört wird.

 

Im Falle einer Beschädigung gewährt Art. 17 Abs. 2 der Montrealer Übereinkommens (MÜ) dem Reisenden eine Entschädigung. Dort heißt es:

 

Der Luftfrachtführer hat den Schaden zu ersetzen, der durch Zerstörung, Verlust oder Beschädigung von aufgegebenem Reisegepäck entsteht, jedoch nur, wenn das Ereignis, durch das die Zerstörung, der Verlust oder die Beschädigung verursacht wurde, an Bord des Luftfahrzeugs oder während eines Zeitraums eingetreten ist, in dem sich das aufgegebene Reisegepäck in der Obhut des Luftfrachtführers befand.

 

Der Luftfrachtführer haftet jedoch nicht, wenn und soweit der Schaden auf die Eigenart des Reisegepäcks oder einen ihm innewohnenden Mangel zurückzufüh-ren ist. Bei nicht aufgegebenem Reisegepäck, einschließlich persönlicher Gegen-stände, haftet der Luftfrachtführer, wenn der Schaden auf sein Verschulden oder das Verschulden seiner Leute zurückzuführen ist.

 

Wichtig ist hierbei zu wissen, dass nach Art. 31 Abs. 2 S. 1 MÜ eine Beschädigung binnen 7 Tagen nach der Gepäckannahme, die Verspätung binnen 21 Tagen, nachdem das Reisegepäck dem Reisenden zur Verfügung gestellt wurde, dem Luftfrachtführer anzuzeigen ist. Die Schadensanzeige muss unmittelbar nach der Entdeckung des Schadens angebracht werden. Gemäß Art. 52 MÜ sind Sonn- und Feiertage mitzuzählen. Die Schadensanzeige muss dem Luftfrachtführer auch nachweisbar zugehen. Eine Schadensmeldung am Flughafen, z.B. am Lost-and-Found-Schalter, reicht hierzu nicht aus.

 

Eine weitere Verkürzung dieser Frist durch Allgemeine Geschäftsbedingungen des Luftfrachtführers ist dagegen unwirksam.

 

Weiterer Hinweis:

 

Art. 31 Abs. 2 MÜ verlangt nicht den Zugang der Schadensanzeige binnen der angegeben Frist, sondern lediglich die Absendung. Die Beweislast für das rechtzeitige Absenden trägt hierbei jedoch der geschädigte Reisende.

 

Eingestellt am 05.12.2014