Rechtsinfo - Zivilrecht



Nutzungsausfallentschädigung auch bei Eigenreparatur


von:  Rechtsanwalt Christian Nicklas, Münster

Nach einem unverschuldeten Unfall hat die Klägerin ihr Auto von ihrem Freund reparieren lassen und keinen Mietwagen in Anspruch genommen. Deshalb verweigerte die gegnerische Versicherung Geld für den Nutzungsausfall. Die Klägerin klagte und gewann. Die Versicherung muss zahlen für die übliche Reparaturdauer laut eines Sachverständigengutachtens (so das OLG Düsseldorf - I-1 U 210/04 ? mit Urteil vom 25.04.2005 (DAR 2006, 270)

Maßgeblich sei in der Regel die vom hinzugezogenen Sachverständigen geschätzte voraussichtliche Reparaturdauer und der daraus resultierende Nutzungsausfall.

Dieser Nutzungsausfall ist allerdings an strenge Voraussetzungen geknüpft. Während der Reparatur darf das Auto nicht fahrbereit sein. Auch muss ein Nutzungswille bestehen, der nach der Ansicht der Richter aber grundsätzlich vermutet wird: Wer sein Auto repariert, zeigt damit, dass er es nutzen will. Dem Geschädigten steht es frei, den Unfallwagen selbst zu reparieren und die durchgeführte Reparatur durch eine Nachbesichtigung zu belegen.

Für die jeweilige Höhe des Nutzungsausfalles gibt es Tabellen, in denen die einzelnen Fahrzeuge nach Kategorien mit einem Nutzungswert eingetragen sind.


eingestellt am: 30.10.2007