Rechtsinfo - Familienrecht



Neues Unterhaltsrecht: Sp?tere Ehen und Familiengr?ndungen d?rfen nicht schlechter gestellt werden als Ursprungsehen


von:  Rechtsanw?ltin Anja Ruschinzik, M?nster
- Fachanw?ltin f?r Familienrecht -


Mit dem neuen am 01.01.2008 in kraft getretenen Unterhaltsrecht (zum Kindesunterhalt nach neuem Recht siehe auch: Vosskämper, FamRZ 2008, 201 ff.) soll der gesellschaftlichen Entwicklung gefolgt werden. Von dem geschiedenen Partner wird erwartet, dass er schneller zu seinem eigenen Lebensunterhalt beiträgt, als dies bisher der Fall war.

Mit der Reform sollen die Gesetze an die veränderte gesellschaftliche Entwicklung angepasst werden, das Unterhaltsrecht ist vereinfacht worden. Die Gerichte sollen damit entlastet werden; eine kürzere Verfahrensdauer wurde erwartet.

In Wirklichkeit ist auf die Gerichte jedoch seit Jahresbeginn eine Prozesslawine zugerollt, denn Männer fechten die sie benachteiligenden Scheidungsurteile an, den Frauen droht der Absturz auf Hartz IV-Niveau.

Vor allem Frauen haben im Vertrauen auf den staatlich in Art. 6 Abs. 1 des Grundgesetzes garantierten Schutz den Bund der Ehe geschlossen und dabei vielfach auf berufliche Selbstverwirklichung und finanzielle Absicherung fürs Alter verzichtet. Wer aber nach 30 Jahren Ehe mit einer minimalen Abfindung den Einstieg ins Berufsleben sucht, hat schlechte Karten.

In Zukunft wird nur ein Ehevertrag Sicherheit schaffen können. Galt er bis vor kurzem noch als unromantischer Stimmungskiller, der in der Regel von solventen Männern zur konfliktfreien Entsorgung der Altbeziehung eingesetzt wurde, bietet er in Zukunft vor allem den Frauen die Chance auf eine gerechtere Pflichten- und Lastenverteilung.

Eingestellt am: 12.02.2008